Noch am Silvestertag berechnete EVS 1,57 € pro Kubikmeter und einen Grundpreis von 8,47 € pro Monat. Ab Neujahr wird 2,12 €/m³ und ein Grundpreis von 11.59 €/Monat verlangt. Bei einem Verbrauch von 100 Kubikmetern standen bisher brutto 157 € auf der Rechnung. Dazu noch der Grundpreis von 101,65 €. Auf der 2026er Rechnung wird bei gleichem Verbrauch für das Wasser 212 € und für den Grundpreis 139,10 € verzeichnet. Die Gesamtjahresrechnung erhöht sich so inklusive Steuern von 258,65 € auf 351,10 €. Damit zahlt ein Haushalt in der Gemeinde Sylt wesentlich mehr für die gleiche Wassermenge als zum Beispiel in Wenningstedt-Braderup. Dort verlangt die Ver- und Entsorgung Norddörfer GmbH (VEN) für 100 m³ inkl. Steuern 258,24€, also fast 100 Euro weniger. Auf Amrum (241,82 €), in Husum (253,59 €), auf Föhr (284,62 €), in Niebüll (253,59 €) oder zum Beispiel auf Norderney (243,83 €) liegt man auch deutlich unter den Preisen, die die EVS den Syltern jetzt abverlangt.
Auch bei den Kosten für Haushalts-Abwässer werden sich Sylter, die nicht die entsprechende Anzeige am 29.12.25 in der Tageszeitung entdeckt haben, erstaunt die Augen reiben. Für die Beseitigung von 100 Kubikmetern Abwasser wurde bis Silvester 2025 brutto 347 € verlangt. Dazu kam noch die Jahres-Grundgebühr von 172,40, insgesamt standen so 519,40 € auf der Rechnung. Ab Neujahr werden für die gleiche Abwassermenge 653 € zu bezahlen sein. Es wird jetzt nur die Menge ( 6,53 €/m³) berechnet, die Grundgebühr entfällt. Günstiger wird es für Kleinverbraucher, wie zum Beispiel für Zweitwohnungsbesitzer. Für 25 m³ Abwasser werden 163,25 € kassiert. Mit Grundgebühr kostete das 2025 noch 259,15. Auch beim Abwasser lebt es sich in Wenningstedt-Braderup mit einer Jahresrechnung von 470 € für 100 m³ günstiger.
Die Sylter SPD hält diese massiven Erhöhungen rund um die Lebensgrundlage Trinkwasser für absolut unverhältnismäßig. Besonders vor dem Hintergrund, dass die EVS die Preisanhebungen um rund 36 Prozent in ihrer Anzeige nicht mit einer Silbe begründet. „Gerade, wenn man bedenkt, dass die EVS für die Trinkwasserversorgung ein Monopol hat, ist eine solche Preispolitik äußerst fragwürdig. Diese Preiserhöhungen machen das Wohnen auf Sylt für Einheimische noch einmal teurer. Das widerspricht eindeutig unseren Bemühungen, das Leben auf der Insel bezahlbar zu machen“, merkt dazu der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Marnitz an.
Für die Sylter Sozialdemokraten ergeben sich aus den Vorgängen folgende Fragen:
Was sind die konkreten Gründe für die massive Preiserhöhung?
Warum fand mit lediglich einer Anzeige nur eine Minimal-Kommunikation mit den Kunden zu diesem Thema statt?
Da nur 53 Prozent der EVS in Sylter Besitz sind, stellt sich die Frage, ob insulare Wasser-Kunden dazu beitragen, die Ausschüttungen an die 47-prozentigen EVS-Eigner auf dem Festland zu sichern und zu erhöhen.
Die Sylter SPD fordert die EVS-Führung auf, die Gründe für die Preiserhöhungen detailliert zu benennen und zu erklären, in welchem Maße sich das Unternehmen mit der Insel und ihren Lebensmöglichkeiten identifiziert.
Die SPD wird beantragen, dass die EVS-Geschäftsführung vor den Gremien der Selbstverwaltung ihre Preispolitik in diesem Monopol-Bereich erläutert und begründet.
Falls keine stichhaltigen und nachvollziehbaren Gründe für die massiven Preiserhöhungen im Trinkwasser-Bereich angeführt werden, fordern die Sylter Sozialdemokraten die Energieversorgung Sylt auf, die Preise wieder deutlich zu senken!