Sylter Leserforum

Billige Kritik am Johanniterheim

Zum Bericht „Johanniter ziehen die Notbremse“, Ausgabe vom 1. Februar

Seit etwas über drei Jahren bin ich Bewohner des Johanniterheims in Westerland, und in den vergangenen Monaten habe ich daher Auslassungen des Herrn Schmidt zur Arbeit des Ordens auf Sylt verfolgt. Ich will es mal höflich ausdrücken: Das Ganze hat mich nicht unwesentlich verstimmt. Sowohl in den Printmedien als auch in den sozialen Netzwerken wird ein Bild unseres Johanneums gezeigt, das schlicht falsch ist.

Obwohl ich selbstverständlich von der fachlich-sachlichen Erfahrung des Herrn auf dem Gebiet der Altenpflege restlos überzeugt bin, grenzt es nahezu an Rufmord, was hier abläuft. Ich zitiere kurz sinngemäß aus einem der Facebook-Sätze vom vergangenen Jahr: Man sollte die Johanniter „zwingend von der Insel jagen…, um überhaupt wieder nachhaltig und sicher Pflegeplätze für unsere insularen Senioren aufrecht erhalten und vor allem neu erreichten [sic] zu können!“ – Für mich ist das billig, polemisch, degoutant.

Man sollte in derartigen Fällen nicht wortgewaltig und vollmundig großartige Negativ-Propaganda versprühen, sondern sich vor Ort schlau machen. Ich kann mich allerdings nicht entsinnen, Herrn Schmidt jemals hier im Johanneum gesehen zu haben. Wie kann er dann also beurteilen, wie dieses Haus funktioniert oder in welcher Atmosphäre wir leben? Vielleicht sollte er erst mal uns Bewohner ansprechen, mit dem Pflegepersonal reden oder mal ein paar Stunden zusehen, wie hier gearbeitet, ja geschuftet wird?

Wir wissen es alle: Der Pflegenotstand ist ein bundesweites Phänomen. Politik ist in Deutschland bekanntlich häufig nur noch Verwaltung von Mängeln; und in unserem Falle wird der effektive Umgang mit diesen Mängeln dem Johanneum allein überlassen, dessen Mitarbeiter jeden Tag und jede Nacht mit Stress, Ausnahmesituationen und dazu noch bösartiger Häme klarkommen müssen. Sie tun dies, soweit ich es beurteilen kann, nach bestem Wissen und Können. Darum bringt es uns allen herzlich wenig, wenn wir ständig lesen dürfen oder auch darauf angesprochen werden, was das Heim für ein mieser Laden ist. Wir brauchen wirklich nicht die ständige Negativ-Werbung aus persönlichem oder parteipolitischem Interesse; dem Haus jedenfalls und seinen Menschen hilft sie nämlich nicht!

Nur ein Letztes noch: Nein, dieser Beitrag ist kein bestellter Fake, er ist echt, und ich wurde dafür auch nicht mit einem Extrastück Torte am vergangenen Sonntag belohnt.

Peter Brüdgam, Westerland

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