Vorhandenes maßvoll verbreitern

Leserbrief

Neulich war ich mit dem Rad in Keitum. Auf dem Rückweg mußte ich jemanden überholen. Der Mann fuhr etwa auf der Mitte des Weges. Es war also wenig Platz zum Überholen. Mit meiner Klingel wollte ich ihn aber nicht erschrecken. Als ich auf Höhe seines Hinterrads war, schnalzte ich mit der Zunge und machte mich so bemerkbar. Ich sah, wie der Mann reagierte. Man hatte mich also wahrgenommen. Jetzt schob ich mich an dem Fahrer vorbei, trat dann in die Pedale und stob davon. Hinter mir hörte ich Flüche über die schnellen E-Bikes. Dabei war ich nicht schneller, als ich es in meinen guten Tagen ohne Motorunterstütz-ung gewesen bin. Ich bin früher Speed gefahren und tue das auch heute. Ich fahre vorausschauend und vorsichtig. Dabei kam es aber früher zu immer wieder gleichen Ergebnissen, wenn ich jemandem entgegenkam, der mich nicht sah, weil er mit seinen Augen woanders war.  Ich stand dann schon so gut wie vor dem mittig des Weges fahrenden Radfahrer, wenn ich endlich gesehen wurde. Ich wartete dann ab, zu welcher Seite man sich wenden würde. Dann konnte ich meine Fahrt fortsetzten. Ich blickte dabei oft in erstaunte und auch in erschrockene Gesichter.

Jetzt soll der Rad- und Fußweg im Zuge einer Sanierung der Landstraße ausgebaut werden. Aber nur verbreitern scheint nicht genug. Nach einem Gutachten gibt es den Vorschlag, den alten Weg großzügig für Radfahrer in jede Richtung und einen Fußweg mit Zwischenraum zu den neuen Radtrassen auf der Nordseite zu gestalten. Da wird man Bäume fällen und was weiß ich noch alles verlegen müssen. Das sähe aus, als bekämen wir auf Sylt einen Ruhr-schnellweg für Fahrräder. Das wird mit anderen geplanten Maßnahmen für einen Westküstenradweg besonders in der Wenningstedter Heide und dann durch Westerland die Gemeinde Sylt einige Millionen kosten. Man sollte Vorhandenes maßvoll verbreitern. Komme ich in das Dorf Keitum oder bei Aldi auf den Weg an den Häusern mit ihren Einfahrten ist aber alles wie auch sonst. Und doch ging es hier bisher immer gut, wie ich meine. Man verständigte sich eben. Das wird auch weiter so bleiben müssen. Mit einem Flyer wären aber auch andere Möglichkeiten aufzeigbar, wie über die Tinnumer Festwiese und am Flughafen vorbei, der Weg nach Norden führen könnte. Besonders reizvoll wäre es auch, über den Schlangenweg über Tinnum nach Keitum zu fahren.

Es ist richtig, den Rad- und Fußweg Weg nach Keitum, maßvoll breiter und sicherer zu machen. Neben der Landsatraße K 118 von Keitum nach Wenningstedt wurde das vom Straßenbauamt versäumt, als hier die Straßendecke erneuert wurde. Das Land muß wohl kein Geld gehabt haben. Nun ist das zu spät.

Hartmut Kamm

Westerland

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