Es besteht die dringende Notwendigkeit, auf der Insel ein neues Pflegeheim zu errichten, das mit einer Größe von mindestens 100 Plätzen einen deutlich höheren Kostendeckungsgrad als die bestehenden Einrichtungen hat und den aktuellen Bedarf auf der Insel deckt. Ein möglicher Bauplatz für die Einrichtung ist im Bereich der geplanten Wohnsiedlung Nord am Hugo-Köcke-Weg. In das Heim integriert werden können auch ein Kiosk, ein Friseursalon oder andere bewohnernahe Dienstleister. Auch eine Kita auf dem Gelände der Einrichtung wäre sinnvoll.
Die Situation für ältere Menschen mit Pflegebedarf wird auf Sylt immer dramatischer. Weniger als 80 von der Gemeinde hoch subventionierte Pflegeheimplätze stehen pflegebedürftigen Sylterinnen und Syltern aktuell zur Verfügung. Auch die ambulanten Pflegedienste können zurzeit keine pflegebedürftige Menschen mehr übernehmen. Der zunehmende Mangel an Pflegeplätzen ist ein bundesweiter Trend, auf Sylt hat er aber noch viel dramatischere Folgen, da Insulanerinnen und Insulaner, die einen Pflegeheimplatz brauchen, ihre Heimat und ihr soziales Umfeld verlassen müssen, um auf dem Festland, oft weitab von der Familie, gepflegt zu werden.
Eine Erweiterung der bestehenden Einrichtung am Wenningstedter Weg ist kaum sinnvoll. Der dazu nötige Abriss von acht Wohnungen und die Erweiterung beziehungsweise der Umbau bei laufendem Betrieb ist unvernünftig. Bei Umzug in einen Neubau kann das bestehende Heimgebäude als Wohnraum für junge Arbeitnehmer dienen. Das erzeugt kaum Umbaukosten und fördert die heimische Wirtschaft.
Es bedarf aber auch anderer Einrichtungen, um älteren Menschen auf Sylt ein würdiges Leben zu ermöglichen. Unter anderem auf die Initiative der Sylter Sozialdemokraten geht die Senioren-Wohngemeinschaft in der Steinmannstraße zurück. Die neue Wohnform für Sylter Senioren hat sich inzwischen zum Erfolgsmodell entwickelt und wird derzeit um eine weitere Etage erweitert. Die SPD wird sich für weitere Senioren-WGs einsetzen.
Dringend gebraucht werden auch kurz-, mittel- und langfristige Konzepte für alle Bereiche der medizinischen Pflege älterer Menschen. Das betrifft die stationäre, ambulante, häusliche, Assistenz- und Tagespflege.
Dazu müssen auch Anlaufstellen für ältere Menschen und ihre Angehörigen geschaffen werden, um eine optimale und neutrale Beratung zu gewährleisten.
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